WELT AM SONNTAG zum Baumklopfer-Skandal

Auszüge aus der WELT AM SONNTAG vom 05.08.2018:

(übernommen aus Rundbrief der Naturschutzinitiative e.V. vom 10.8.2018)

„Der Rückgang ist auch im Vogelsberg dramatisch, dem größten Vogelschutzgebiet Hessens“

„15 Schwarzstorchpaare gab es vor 15 Jahren im Vogelsberg, mittlerweile sind es bloß noch fünf Paare.“

„Denn nirgendwo in Hessen ist die Windraddichte höher als ausgerechnet im Vogelschutzgebiet. Mehr als 250 Anlagen stehen dort.“

„Das gilt auch für den Rotmilan. Allein im Raum Ulrichstein wurden in den letzten zehn Jahren mindestens 18 von Rotorblättern erschlagene Rotmilane gefunden, sagt Rockel.“

„Wir gehen davon aus, dass im ganzen Vogelsberg versucht wird, flächendeckend und systematisch Horste zu zerstören, um Windenergieanlagen möglich zu machen.“ Harry Neumann, Vorsitzender der NI

Was den Baumklopfer so einzigartig macht, ist, dass zum ersten Mal offensichtlich werden könnte, was seit Jahren als Gerücht umgeht. Nämlich, dass Greifvögel aktiv vergrämt werden, weil ihre Existenz die Genehmigungsverfahren behindern.“

„Insgesamt 16 Windräder sollen im Bastwald rund um eine Kreismülldeponie gebaut werden. Die Gutachter hatten acht Horste in dem Gebiet gefunden. Die Naturschützer dagegen 40.
Einige den Behörden nachgemeldete Habitat-Bäume sind inzwischen gefällt worden; so etwas kommt in Wäldern von Privatbesitzern regelmäßig vor….“

„Das Land Hessen ging ursprünglich von 1500 Meter beim Schwarzstorch und beim Rotmilan aus. Mittlerweile sinken die Abstände. Möglich ist das auch, weil mithilfe von Gutachten angeblich belegt wird, dass die jeweiligen Vögel nicht in die Richtungen der Windräder fliegen, sondern in alle anderen. Naturschützer können darüber nicht lachen.“

In einem Genehmigungsverfahren unweit vom Bastwald sollen drei Bäume mit Rotmilan-Horsten gefällt und anderswo Ersatz-Nester auf Bäumen angeboten werden, eine Art Zwangsräumung“.

„Deutlich wird: Windenergie ist politisch gewünscht. Klimaschutz geht vor Naturschutz.“


„Wir machen die Erfahrung, dass sogenannte ‚Gutachten‘ überwiegend dem Zweck dienen, den gesunden Menschenverstand auszuschalten und – auch mit Hilfe von Behörden und einer ideologisierten Politik die Industrialisierung unserer Wälder, Lebensräume und Landschaften zu ermöglichen. Eine naturzerstörende Industrie kann aber niemals weder Natur noch Klima retten. Dies ist ein Widerspruch in sich. Die schwarz-grüne Koalition in Hessen ist ein bundesweit besonders erschreckendes Beispiel, wie versucht wird, Recht zu beugen und der Natur- und Artenschutz unter die Räder kommt!“

Harry Neumann, Vorsitzender der NI