Greifvogelmord

Auch im Bergwinkel verschwanden im Vorfeld des Baus von Windindustriegebieten „auf rätselhafte & unerklärliche Weise“ Bruthorste streng geschützter Arten, insbes. des Rotmilans, dem „Problemvogel #1“ der Windmafia, für den Windräder ohnehin schon Todesursache #1 sind.

DIE WELT titelte dazu schon im August 2016 “Signifikant erhöhtes Tötungsrisiko” und schrieb:

Neben den geschätzt 1000 getöteten Rotmilanen pro Jahr müssen wohl zwischen 10.000 und 12.000 tote Mäusebussarde der Windindustrie zugeschrieben werden – was selbst Ornithologen überraschte. Dass laut Progress-Studie sogar bei dem in Deutschland häufig vorkommenden Mäusebussard eine Bestandsgefährdung zu erwarten ist, bedeutet neuen Ärger für die Branche. Denn der Vogel ist so weitflächig verteilt, dass Mindestabstände zu Windkraftanlagen, so gering sie auch immer angesetzt sein mögen, wohl zu einem völligen Stopp des Windkraftausbaus führen würden.

Je  massiver diese Raffkes in die Wälder vordringen, desto dreister fordern sie eine Lizenz zum Töten streng geschützter Arten. Im Klartext: Seit einiger Zeit werden immer häufiger Anträge auf Ausnahme vom Tötungsverbot nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz gestellt.

Der von “grüner” Politik geförderte Trend sieht offenbar so aus: Überall dort, wo der Artenschutz wirtschaftlicher Profitsucht im Wege steht, soll geltendes Naturschutzrecht qua Ausnahmegenehmigungen ausgehebelt werden, um die Genehmigungsverfahren mit der ins Auge gefassten “Ermöglichungspolitik” zu konformisieren.

Foto: Thomas Kraft

Mit welcher Rücksichtslosigkeit mittlerweile Naturschutzbelange zum Nutzen der Windkraft-Subventionsindustrie beiseite geschoben werden, machten die Juristen Prof. Dr. Michael Elicker und Andreas Langenbahn am Beispiel Rotmilan deutlich. Obwohl nach gängiger Rechtsprechung weiterhin Windradvorhaben nach § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes dort unzulässig sind, wo sie zu einem “signifikant erhöhten Tötungsrisiko” für dort geschützte Tiere führen, würden Gemeinden und Windparkbetreiber dies systematisch ignorieren. Ergebnis: In Rheinland-Pfalz ist der Bestand dieser sowohl national als auch europarechtlich streng geschützten Art in den zehn Jahren seit Beginn der rücksichtslosen Nutzung des Waldes als Industriestandort für Großwindanlagen bereits um ca. 15% gesunken. Windräder sind heute Todesursache Nr. 1 für Rotmilane und da die meisten Tiere auf Jagdflügen während der Brutzeit von den Großwindanlagen zerhackt werden, sind die Folgeverluste durch das Sterben auch der Nestlinge besonders dramatisch.

In ihrem Aufsatz “Windrad-Subventionsindustrie und Politik: Artenschutz adé!“ zeigen die beiden Juristen auf, in welch unglaublichem Ausmaß inzwischen der Artenschutz in einer perfiden Systematik zwischen den Entscheidungsebenen aufgerieben wird.”

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Das Komitee gegen den Vogelmord e.V. sowie die vogelkundliche Meldeplattform „www.ornitho.de“ rufen aktuell zur Meldung toter Milane und anderer Greifvögel auf.

Im Rotmilan-Land Bergwinkel beobachten freiwillige Helfer z.Zt. insbesondere die Situation in den brandensteiner Forsten, wo geschützte Arten von den dort geplanten Subventionspropellern bedroht sind. Man darf auf das avifaunistische Gutachten gespannt sein, das der Genehmigungsbehörde vorgelegt werden wird. Die Erfahrungen vom Windindustriegebiet „Buchonia“ auf der Breiten First lässt nicht unbedingt Gutes erwarten.

Enoch zu Guttenberg über Vogelmord und andere Schweinereien der Windmafia:

s.a. Windkraft im Wald – mehr Schaden als Nutzen (Spektrum 12.1.2016)

darin u.a.:

Sogar konkret bestandsbedrohend wird der weitere Ausbau der Windkraft für den Rotmilan, der seinen Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland aufweist und für den die Bundesrepublik daher besondere Verantwortung trägt: 60 Prozent des Weltbestands nisten hier zu Lande, aber “die Bestände des seltenen Greifvogels in Deutschland vertragen einen weiteren Ausbau der Windkraft aller Voraussicht nach nicht”, so der Tenor einer PROGRESS genannten Studie des Bundeswirtschaftsministeriums, die der “Süddeutschen Zeitung” bereits vorab vorlag. Dem Fachmagazin “Erneuerbare Energien” gilt er bereits als neuer “Problemvogel”, da er konkret Ausbaupläne durchkreuzen kann. Der Rotmilan ist kein ausgewiesener Waldbewohner, sondern bevorzugt eine abwechslungsreiche Landschaft aus offenen Lebensräumen und kleinen Wäldern, doch nutzt er Waldflächen, um zu brüten. Wo Windräder aufgebaut werden, wandert er ab oder stirbt durch Vogelschlag an den Rotoren – oder er wird gezielt vergiftet, weil der Greifvogel neuen Anlagen im Weg steht, wie der Bericht der “Süddeutschen Zeitung” nahelegt.